Posts by: Evelyn Toma

„Kann es ein Elend geben, das erhabener ist?“

„Kann es ein Elend geben, das erhabener ist?“

Samuel Becketts "Endspiel" am Theater RambaZamba Sie können nicht miteinander, sie können aber auch nicht ohne einander: Ein Zustand hasserfüllter Abhängigkeit herrscht zwischen dem tyrannischen, aber hilflosen Hamm und seinem Diener Clov. Hamm ist blind und ohne die Fähigkeit, seine Beine zu bewegen, Clov der einzige Mensch, der sich noch um ihn kümmern kann. Sie sind einander alles, was sie noch haben und das verachten sie am Meisten. Unfreundlich und achtlos wirft Clov Hamm immer wieder zurück auf seinen Sitzsack. Er hasst Hamm, er will ihn verlassen. Aber das würde den Tod für beide bedeuten. Denn Hamm ist der einzige, der Zugang zu den verbliebenen Lebensmitteln hat. „Kann es ein Elend geben, das erhabener ist?“ (mehr …)
Hauptsache nackt

Hauptsache nackt

kraut produktion und Theater HORA performen "Human Resources" An diesem Leben ist alles großartig: Nele berichtet an der Rampe von ihrer tollen Schauspielkarriere, von ihrem tollen Mann und seinem tollen Penis, der ihr tolle Orgasmen beschert. Alles an ihrem Leben ist großartig, sie will bewundert und beneidet werden. Sie stolziert zwischen den Anderen auf der Bühne umher und fragt sie, was sie denn so Schönes geleistet hätten, nur um sie dann in ihrer Antwort zu unterbrechen: „Tja leider bist du nicht das Kamerakind, ich bin das Kamerakind.“ (mehr …)
Märtyrerprinz im 3D-Land

Märtyrerprinz im 3D-Land

De Utvalgte verfolgen in „Visjonaeren“ die Krankheit Hass Auch in individualisierten Zeiten wie dem 21. Jahrhundert können wir uns nicht vor den gesellschaftlichen Strukturen und Problemen verstecken, die visionäre Ideen fordern: Die Flüchtlingskrise, die polarisierende Gewalt, Internet-Terrorismus und die Transparenz des eigenen Seins fordern lautstark unsere Aufmerksamkeit und schreien nach Taten. Offenheit und Hoffnung sind die wahren Aufgaben unserer Zeit, wenn es um die Bewältigung der allgemeinen Überforderung geht. Die Suche nach den Menschen, die diese Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, führt einmal im Kreis. (mehr …)
Gottesgaul und Anarchie

Gottesgaul und Anarchie

Ende des gleißenden Lichts: "Horse: An Opera" im HAU1 Ein Mann schlägt wild mit einem Kochlöffel auf einen Topf. Aus allen Ecken stürmen die Menschen herbei. Sie stellen sich an und warten drängelnd auf ihre Portion. Wer sein Essen bekommen hat, zischt ab, möglichst weit weg von den Anderen. Der Letzte in der Schlange, ein verwahrloster Mann, stolpert auf dem Weg zurück zu seinem Quartier, verschüttet den Inhalt seiner Schüssel über die Bühne. Sofort stürzen sich die Anderen auf die Nahrung, klauben ihm sogar die Reste aus aus dem Mund. (mehr …)