Kritik

„Alles ist erlaubt, was nicht verboten ist“

„Alles ist erlaubt, was nicht verboten ist“

Symposium: Das „Theater Hora“ ruft nach Jérôme Bel zum „Empowerment“ auf

"Wen kümmert's, wer spricht?", fragte vor zwei Jahren das Symposium bei No Limits 2013. Damals ging es um die Frage, wer eigentlich entscheidet, was auf der Bühne geschieht. Für das dreitägige Symposium Wen kümmert´s, wer spricht? 2 haben die Regisseur*innen, Choreograf*innen und Autor*innen mit einer „geistigen Behinderung“ selbst das Wort ergriffen – statt Wissenschaftlern und Experten sprachen die Macher*innen. (mehr …)

Gottesgaul und Anarchie

Gottesgaul und Anarchie

Ende des gleißenden Lichts: "Horse: An Opera" im HAU1 Ein Mann schlägt wild mit einem Kochlöffel auf einen Topf. Aus allen Ecken stürmen die Menschen herbei. Sie stellen sich an und warten drängelnd auf ihre Portion. Wer sein Essen bekommen hat, zischt ab, möglichst weit weg von den Anderen. Der Letzte in der Schlange, ein verwahrloster Mann, stolpert auf dem Weg zurück zu seinem Quartier, verschüttet den Inhalt seiner Schüssel über die Bühne. Sofort stürzen sich die Anderen auf die Nahrung, klauben ihm sogar die Reste aus aus dem Mund. (mehr …)
Hoppla, ein Pferd!

Hoppla, ein Pferd!

Mit "Horse. An opera" zaubern Tibaldus en andere hoeren ein bildgewaltiges Spektakel ins HAU1 Schon eine ziemlich lange Zeit macht das Universum so sein Ding. Hektisch stolpert der kleine Merkur um die Sonne, die Erde flappt in großen Kreisen außen herum, immer auf sie fixiert: ihr Mond. Unser ganzes Sonnensystem platscht, quietscht und schlurft in individuellen Laufbahnen über die Bühne. Bis plötzlich ein Komet herankracht und ein neues Zeitalter bringt: das Zeitalter des Papppferdes. (mehr …)
Rollende Pinocchioköpfe

Rollende Pinocchioköpfe

Perspektivenwechsel: "De Utvalgte" zur Festivaleröffnung im HAU „Den Spätsommer gibt es, den Wacholderbusch gibt es und Fehler gibt es. Die Einsamkeit gibt es“, rezitiert eine Stimme Inger Christensens Langgedicht „Alphabet“. Darin werden die alltäglichsten Dinge nebeneinander gestellt. Auf der Bühne dreht sich währenddessen der Erdball inmitten unendlicher Weiten – rätselhaft schön und ziemlich plastisch. (mehr …)
„Es gibt nicht genug Platz für alle auf der Erde“

„Es gibt nicht genug Platz für alle auf der Erde“

De Utvalgte / Die Auserwählten eröffnen das No Limits 2015 im HAU2 Ohne die 3D-Brillen wäre das Bühnenbild nicht zu sehen: Inmitten der „Black Box“ schwebt die Erde, umsäumt von unzähligen Lichtpunkten. Ein paar Teleskope sind auf sie gerichtet, während eine Erzählerin eine Liste von Dingen reizitiert, die dort aufzufinden sind: „die Aprikosenbäume gibt es, die Farne gibt es und Brombeeren gibt es. Und den Wasserstoff.“ (mehr …)
Ich bin im Himmel und ich bin allein!

Ich bin im Himmel und ich bin allein!

Das Theaterkollektiv Tibaldus en andere hoeren (dt. Tibaldus und andere Huren) und das Theater Stap aus Belgien zeigen "4:3" Muttergott trägt Gesundheitsschuhe, Bundfaltenhose und einen Wollpulli mit Teddybär drauf. Schwer atmend steht Nancy Schellekens auf der Bühne. Sie ist "Muttergott", die Übermutter, Mutter aller Menschen. Eine dicke, kleine Spießerin mit Fransenhaar, Lesebrille, Ohrring-Plunder und Plastikdiadem. "Ich bin im Himmel und ich bin allein" sagt sie und keucht. (mehr …)
Gegen das graue Nichts

Gegen das graue Nichts

Die französische Band Percujam kann im Kesselhaus auch Melancholie "How are you Berlin?!!" Vor Energie und guter Laune übersprühend versucht die französische Band Percujam dem Publikum im Kesselhaus einzuheizen. Da dieses von der Zahl her sehr überschaubar ist, will der alles entflammende Funke aber nicht so recht überspringen. "Come Closer!" (mehr …)
Im Puppenhaus

Im Puppenhaus

"There is no orchestra. Ein Schwesternprojekt" von Schelhas Co-Operation bei NO LIMITS "Grelle Blitze zucken, Donner grollt, Nebel steigt auf. Diabolisch grinsend verkündet die düstere Gestalt auf der von einem roten Brokatvorhang eingerahmten Holzbühne: There is no orchestra. Es ist alles nur Illusion." (mehr …)
Hoffnungsloses Katz-und-Maus-Spiel

Hoffnungsloses Katz-und-Maus-Spiel

Was ist "ein Hörstück zum Sehen"? Theater Thikwas "Vogelfrei" bei NO LIMITS Aus dem Off eine Stimme. Sie gibt Feldpositionen vor: "3B", "5A", "2 grün", "9A", "-3". Bestimmend führt sie ihre Spielfiguren und gibt die Bewegungen vor. Höhnisch lacht sie über die Figuren, wird herrisch, sobald sie das Kommando über die Gruppe zu verlieren scheint: "RUHE!" Kurze Stille tritt ein, bis aus der Gruppe jemand beginnt, mit dem Hocker über das graue Karree der Bühne zu rutschen und die anderen ihm folgen. (mehr …)
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