Doch ein wenig heftig

Schauspieler im Fokus: Drei „Strwuwwelpeter“-Darsteller vom Theater HORA

 

Hans Guck-in-die-Luft, Suppenkasper und Struwwelpeter sitzen im Ausstellungsraum und stärken sich für ihren baldigen Auftritt. „Ein bisschen Lampenfieber hab ich schon“, sagt der Suppenkasper, bürgerlich Matthias, der den Daumenlutscher verkörpert. Und das, obwohl er bereits elf Jahre Theatererfahrung hat. Er liebt das Schauspiel: „Man kann in eine Welt eintauchen, mit Phantasie spielen, man muss seine Rolle verkörpern, egal ob Tier oder Person“. Mit den anderen SchauspielerInnen des Theater HORA stand er schon für den „Glöckner von Notre Dame“ und „Faust“ auf der Bühne.

Mit dem Flugzeug sind Remo, Gianni und Matthias – drei Schauspieler des HORA Ensembles – angereist. „Ich liebe das Fliegen“, schwärmt Remo, „diese Schwerelosigkeit über den Wolken ist das Schönste“. Den „Struwwelpeter“ kannten die Züricher vorher nicht, erst für ihre Inszenierung, die schon vor zwei Jahren entstand, bekamen sie die Texte vorgelesen. „Hoppla“, dachte sich Remo damals, „als altes Benimmbuch ist das doch ein wenig heftig“. Theater HORA knöpfen sich am dritten Tag vom „Prinzip Struwwelpeter“ den „Schwarzen Buben“ vor. Bei Mohr, Kasper, Ludwig und Wilhelm belassen sie es nicht, sondern integrieren auch andere Figuren des „Struwwelpeters“ in ihre Aufführung, die in einem Tanzfinale endet.

Remo ist kurz vor der Aufführung noch nicht nervös, „aber vielleicht kommt das noch“. Seit Oktober widmet er sich völlig dem Schauspiel, wie er sagt. Warum? „Weil Theater mir gut tut.“