Posts Tagged "Kritik"

Gottesgaul und Anarchie

Gottesgaul und Anarchie

Ende des gleißenden Lichts: "Horse: An Opera" im HAU1 Ein Mann schlägt wild mit einem Kochlöffel auf einen Topf. Aus allen Ecken stürmen die Menschen herbei. Sie stellen sich an und warten drängelnd auf ihre Portion. Wer sein Essen bekommen hat, zischt ab, möglichst weit weg von den Anderen. Der Letzte in der Schlange, ein verwahrloster Mann, stolpert auf dem Weg zurück zu seinem Quartier, verschüttet den Inhalt seiner Schüssel über die Bühne. Sofort stürzen sich die Anderen auf die Nahrung, klauben ihm sogar die Reste aus aus dem Mund. (mehr …)
Niemand weiß

Niemand weiß

"Borderlines" von Panaibra Gabriel Canda: Ein Tanzstück aus Mosambik im Hau 3  Tiergeräusche und Streichquartett. Vier Menschen balancieren über vier Steine. Vorsichtig wächst die kleine Brücke durch den Raum. Von einer Wand zur anderen, im blauen Licht, setzt sie sich nur langsam fort, weil immer der Letzte über alle anderen an die Spitze steigt. Ein mühsamer, schmerzhafter Prozess. An der Wand wächst ihr Schatten wie ein Baum auf weiter Ebene. Die Brücke aber fusst nicht auf sicherem Grund. (mehr …)
Nichts als Worte?

Nichts als Worte?

Wenn man über Menschen mit Behinderung oder Inklusionstheater schreibt, ist das auch immer eine Frage der politischen Korrektheit. Darf man vom Behindertentheater schreiben oder klingt das schon abwertend? Behindert, disabled, integrativ, inklusiv – da muss man erst mal den Überblick behalten. Und dem Stil ist damit auch nicht immer geholfen. (mehr …)