Traum und Erfüllung

Traum und Erfüllung

 Juliana Götze von RambaZamba – ein Porträt

„Schon wieder?“, sagt Juliana Götze amüsiert, als ich skizziere, worum es in unserem Gespräch gehen soll. Die Schauspielerin am RambaZamba-Theater Berlin ist es gewohnt, über ihre Karriere und sich selbst zu erzählen. Seit sie regelmäßig in Fernsehproduktionen spielt, ist sie im deutschsprachigen Raum die bekannteste Schauspielerin mit Downsyndrom.

Pausen gehören dazu

Schauspielen ist Götzes Traum und Erfüllung zugleich. Selbst an freien Tagen feilt sie an ihrer künstlerischen Weiterentwicklung. Sie bereitet sich vor, lernt Text und besucht abends noch die NO-LIMITS-Aufführung von „There is no orchestra. Ein Schwesternprojekt„. „Es ist wichtig sich andere Gruppen anzusehen, um sich selbst in der Szene platzieren zu können“, sagt Götze. Aber auch wenn sie sich beinahe pausenlos dem Theater und der Schauspielerei widmet – Pausen gehören dazu „und sind wichtig für eine Schauspielerin“.

Juliana Götze © Michael Bause

Juliana Götze © Michael Bause

Auch für die am Berliner RambaZamba-Theater. Seit 2008 bietet die  Künstlerwerkstatt 35 Schauspielplätze an. Dank der Zusammenarbeit mit professionellen Tänzern, Schauspielern und Choreografen können sich die Schauspieler_innen in Stimmbildung, Tanz und Schauspiel weiterentwickeln. Die Schauspiel-Ausbildung zu diplomieren wäre aber von zu großem bürokratischen und institutionellen Aufwand. „Wir müssten zur Schule werden“, erklärt Pressechefin Esther Ningelgen.

Sechs intensive Drehwochen

Bekannt ist Götze vor allem dank ihrer Fernsehpräsenz. 2008 wurde sie für eine Hauptrolle in der „Polizeiruf 110“-Folge „Rosies Baby“ angefragt. Parallel zum Dreh in München stand sie in Berlin in einer RambaZamba-Produktion als Alice auf der Bühne. „Nach dem Auftritt im Kesselhaus musste ich noch nach München zu einem Nachtdreh fliegen.“ Richtiger Schauspieler-Stress eben.

Auf Polizeiruf folgen die Spielfilme „Liebe und so Sachen“ (2009) und „So wie du bist“ (2012), wo sie zusammen mit Gisela Schneeberger während sechs intensiven Drehwochen vor der Kamera stand. „Eigentlich mag ich ja keine Hamster, irgendwie haben die etwas Ekliges. Trotzdem ist die Hamsterszene mit Schneeberger meine liebste Szene.“ Fragt man aber nach ihrer Lieblingsproduktion, neigt sie ihr Gesicht geniert zur Seite, mehr als ein „Oh!“ kriege ich nicht zu hören.

Markenzeichen: das ansteckende Lachen

Aufgewachsen ist die 28-Jährige in Berlin, wo sie noch heute mit ihren Eltern wohnt. „Mein Bruder ist mittlerweile mit seiner Freundin zusammengezogen“, erzählt sie. Sie selbst hatte mal einen Freund, die Beziehung hielt aber nicht – „leider“.

Götze wirkt entspannt, freundlich, fröhlich. Ihr Markenzeichen: das ansteckende Lachen. Und ihr weiches, mädchenhaftes, ja liebliches Gesicht. Auf der Bühne, zuletzt in „Am liebsten zu dritt„, fällt sie durch ihre kontrollierten, präzisen und routinierten Bewegungen auf, ihre selbstverständliche Konzentration, ihre Natürlichkeit.

Schauspielerei ist anstrengend

Sie ist ja auch schon lange im Geschäft. Mit neun Jahren hat sie angefangen wöchentlich den Kinderzirkus im RambaZamba zu besuchen. „Ich tanze, schauspielere und singe gerne, da war der Zirkus genau das Richtige für mich.“ In ihrer Freizeit macht sie Yoga, geht Schwimmen, reist viel. Früher hat sie sogar einen Selbstverteidigungskurs besucht. Mit 14 Jahren wechselte sie vom Kinderzirkus ins Erwachsenentheater, um sich als Schauspielerin zu profilieren. Ihr erstes Stück spielte sie 1999.

Was einst Freizeitbeschäftigung war, ist heute ihr Beruf mit täglichen Proben. Beim Verabschieden lacht sie noch einmal ihr bezauberndes Lachen: „Schauspielerei ist anstrengend und nicht immer so einfach“, sagt sie. Stimmt. Aber für die Zuschauer von Juliana Götzes Spiel ungemein lohnend.

4 Kommentare

  1. Georg Kasch · 18. November 2013

    Hallo Patrick,
    hier ist Georg vom No-Limits-Blog. Über Juliana wurde deshalb geschrieben, weil wir nicht über alle Leute von RambaZamba schreiben konnten. Also durfte sich Elena, die Schreiberin, jemanden aussuchen. Das war Juliana, weil sie ihr besonders gut gefallen hat.
    Liebe Grüße
    Georg