Rote Augen? Gibt’s nur bei Hasen!

Teil 2 der Kurzfilmnacht Look&Roll im NO-LIMITS-Festivalfoyer

Auch der zweite Teil der Kurzfilmnacht im Theater RambaZamba begeistert. Homer Avila, eigentlich Choreograph, verlor Hüfte und ein Bein an den Krebs – aber er tanzt. Obwohl sein Trainer geschockt war, dass Homer einen pas-de-deux, also einen Tanz aufführen möchte, bei dem zwei Tänzer miteinander und mit der Musik verschmelzen, übt er mit ihm. Homer stellt sich dem Kampf, findet eine Tanzpartnerin und gewährt uns in „Phoenix Dance“ unter der Regie von Karina Epperlein einen Einblick in seine grandiose Fähigkeit, auch mit nur einem Bein einen pas-de-deux zu meistern.

Die Kurzfilmnacht bietet die Möglichkeit, Behinderungen nicht nur als Teil eines Schauspiels zu sehen, sondern dokumentiert sowohl Äußerlichenkeiten als auch Inneres der Personen, die hier selbst zu Wort kommen. Es geht ums Küssen, kleine Brüder vom Mond, Mitleid und Roboterangriffe.

In „Butterfly“, einem Kurz- und Dokumentarfilm von Yulia Mahr, kommt eine junge Frau mit Albinismus zu Wort, die von ihrem Lebens- und Leidensweg erzählt, und davon, wie sie die Hürden ihres Lebens meistert. „Dass Albinos rote Augen haben, gibt’s nur im Film – und bei Hasen.“

In „The Cost of Living“, einem Spielfilm von Lloyd Newsom, geht es um Freunde, die versuchen, das Beste aus ihren eigenen Behinderungen zu machen. Der eine, körperlich fit, versucht Unsicherheit durch seine große Klappe wett zu machen und scheitert immer wieder an sich selbst – und den Frauen. Der andere, ohne Beine aufgewachsen, wird ständig mit seiner Behinderung konfrontiert; in einem gestellten Interview wird er gefragt, wie er denn eigentlich auf Toilette gehe, ob er einen Po habe. Als Tänzer verliert er oft die Motivation, um sie später wiederzufinden. Ein Film, der Behinderungen auf gewählte Art und Weise hervorhebt, sie betont, und damit zeigt, wie mit Behinderungen umgegangen werden sollte: normal.